Shushukan Budo Insights #15: What a black belt means

Seien wir mal ehrlich: Diejenigen, die (noch) keinen schwarzen Gürtel haben, kritisieren die Institution des dankyu am häufigsten. Um das festzustellen genügt ein Blick in die einschlägigen Internetforen und Facebookgruppen. Was aber steckt hinter dem dankyu-System? Sind schwarze Gürtel wirklich objektive Gradmesser für Qualitäten im „Straßenkampf“ in Verbindung mit Erleuchtung über die Grenzen der Stilrichtungen und Disziplinen hinweg?

Sie sind es nicht! Ein Dan-Grad im Karate sagt lediglich aus, daß man eine gewisse Karriere innerhalb einer überlieferten Trainingsmethodik hinter sich hat, die unter dem Label „Karate“ eingeordnet ist. Das erklärt zum einen, warum so große Unterschiede zwischen den verschiedenen Strömungen dieses Labels einerseits bestehen, andererseits aber auch innerhalb einer Strömung so viele Zuschreibungen hinsichtlich Selbstverteidigung, Philosophie oder eben eines Expertentums im Kontext schwarzer Gürtel bestehen.

Eine Graduierung macht daher nur Sinn, wenn sie im Kontext zu Schulrichtung, Dojo und Lehrer gesehen wird. Erst dann zeigt sie den Stand des Trainierenden. Für Außenstehende ist eine solche Kontextualisierung kaum noch nachvollziehbar, wodurch ein normativer Vergleich schwarzer Gürtel über die unterschiedlichen Kontexte hinweg absurd werden muss – vor allem wenn er online erfolgt.