Again: Was ist Karate?

The human body was not meant to stand in one postion for an extended period of time […] The human body is meant to be in motion.

Wenn ich danach gefragt werde, was Karate ist, wurde die Antwort zuerst immer komplexer. Mittlerweile wird die Antwort immer einfacher. Und sie lässt sich auf vielerlei Weisen ausdrücken.

Es reicht nicht aus zu sagen, man würde funktionales (gelenkschonendes, you name it) Karate machen. Man muss es auch können. Dazu ist „Forschung“ nötig. Daraus ergeben sich mehrere Antworten auf die Frage, was Karate ist. Und diese zielen auf die selbe Erkenntnis ab:

  • Karate ist ein ständiges Hinterfragen. Und zwar dessen, was man zuvor gelernt hat. Sonst ist kein Fortschreiten möglich.
  • Karate ist eine Methode, subversiv zu sein. Sich nicht zufrieden zu geben mit etwas, das andere einem vorsetzen und ggf. die Stimme zu erheben, wenn Gesundheit und Integrität gefährdet sind.
  • Karate ist implizites Wissen, das sich ausschließlich durch erfahren, lernen und dadurch aneignen lässt, indem man es zu „seinem eigenen“ macht.
  • Karate ist nicht „Spiritualität“ oder „Wahrheit“ in der Form einer religiös analogen und in sich geschlossenen Entität. „Wahrheit“ kann nicht von außen vorgegeben werden. Und wenn doch, tötet sie jeden Prozess einer Entwicklung.

Dazu ist die besagte Forschung, also das Recherchieren dessen nötig, das einem hilft, voranzukommen. Es ist jedoch kein Phrasendreschen oder Wiederkäuen der Erkenntnisse anderer.

„Sitzen ist das neue Rauchen“, die Generierung von Kraft in Techniken des Schlagens, Tretens, Werfens usw. durch unkoordiniertes Anspannung oder die Aufgabe eines angenommenen Selbst sind wenig hilfreich, um Karate zu finden und zu seinem eigenen zu machen. Es sind widerlegte Phrasen, die sich nicht durch das Rekurrieren auf irgendeine „Tradition“ rechtfertigen lassen.

Solche Gedanken kommen mir, wenn ich mir Videos wie das verlinkte ansehe, in denen Paradigmen hinterfragt werden und neue Perspektiven entstehen. Das ist Karate!